Zur BDP-Website Landesgruppe Hessen
Zur Startseite
Aktuelles
Zum Berufsverband
Die Landesgruppe
Psychologie für alle
Beruf Psychologe
Service / Kontakt
Mitgliedschaft im BDP

Suche auf den Seiten des BDP
Zurück

    
    

Landespsychologentag 2012

Der Landespsychologentag fand im Jahr 2012 in den Räumlichkeiten der Universität Giessen unter dem Motto Prävention statt. Über 30 Teilnehmer lauschten den Vorträgen der Referenten.

Schulpsychologen, Psychologische Psychotherapeuten, Notfallpsychologen, Familientherapeuten, Lehrer, Wissenschaftler, ja, fast alle im BDP vertretenen Kolleginnen/en in den jeweiligen Diskussionen hatten ihre Erfahrungen beizusteuern. Durch die praxiserfahrenen Referenten war mit einem abwechslungsreichen Landespsychologentag zu rechnen, der viele neue Erkenntnisse versprach. Zu unterschiedlichen zentralen Themen dieses wichtigen Anwendungsfeldes der Psychologie hat die Landesgruppe Hessen für drei Vorträge bzw. Workshops Experten aus Wissenschaft und Praxis eingeladen, um über Erkenntnisse zu berichten und Zukunftsperspektiven vorzustellen.

Highlights bot der Vortrag über Meditation. In einem Vortrag referierten Constanze Beierlein und Anne Jenter (beide GEW) über Psychische Belastungen am Arbeitsplatz Schule und über Gesunderhaltung am Beispiel einer Präventionsmaßnahme. Disziplinschwierigkeiten, Erziehungsaufträge der Eltern, hoher Verwaltungsaufwand, fehlender Rückzugsraum, mangelnde Zusammenarbeit im Kollegium – diese Arbeitsbedingungen charakterisieren häufig den Arbeitsalltag von Lehrkräften. Die aktuelle Studie des DGB-Index Gute Arbeit(2012) – eine Befragung von 6083 Beschäftigten aller Branchen zum Thema „Arbeitshetze, Arbeitsintensivierung und Entgrenzung“ – bestätigt: Insbesondere Lehrkräfte sind von belastenden Arbeitsbedingungen betroffen. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen verursachen die arbeitsbedingten psychischen Belastungen jede zweite Frühpensionierung bei Lehrerinnen und Lehrern. Mittlerweile hat auch die Politik die Gefahr erkannt: Arbeitsbedingte psychische Belastungen bilden ab 2013 einen Schwerpunkt der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA), einer konzertierten Aktion von Bund, Ländern und Unfallversicherungsträgern zur Stärkung von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. In ihrem Vortrag gaben sie zunächst einen Überblick über konkrete Belastungen im Lehrberuf. Schwerpunkt des Vortrags war das Aufzeigen von konkreten Handlungsmöglichkeiten, mit denen Lehrerinnen und Lehrer ihre Gesundheit erhalten können. Anhand eines Coaching-Konzepts wurde ein zentraler Ansatz vorgestellt, mit dessen Hilfe insbesondere die Kompetenz von Lehrerinnen und Lehrern zur Beziehungsgestaltung im Berufsalltag gestärkt und psychischen Belastungen präventiv begegnet werden soll.

Walter Hölzer, Leiter der Koordinierungsstelle Gewaltprävention, HKM-Projekt Gewaltprävention des Staatlichen Schulamts für den Lahn-Dill-Kreis und den Landkreis Limburg-Weilburg bot einen Workshop über Gewaltprävention und –intervention an Schulen an. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauschten sich in Kleingruppen darüber aus, mit welchen Inhalten, Strategien und Methoden das Klassen- und Schulklima verbessert werden kann. Frage: Gewaltprävention gelingt, wenn….?

Das Thema von Dr. Ulrich Ott, BION Gießen, Meditation und Neuroplastizität war gut besucht. Achtsamkeitsbasierte Trainingsprogramme haben in der letzten Dekade stetig an Popularität gewonnen und können inzwischen als Verfahren mit nachgewiesener Wirksamkeit gelten. Der Vortrag gab einen Überblick über etablierte und neu entwickelte Verfahren für spezifische Zielgruppen. Eine Beschreibung der Wirkmechanismen von Achtsamkeit auf neuronaler Ebene zeigte auf, dass durch die Meditationspraxis grundlegende Kompetenzen der Selbstregulation erworben werden, die von enormer Bedeutung für die Gesundheitsvorsorge vor allem im Bildungssektor und der Arbeitswelt sind. Anhand ausgewählter Befunde wurde illustriert, wie sich eine meditative Schulung auf die Hirnstruktur auswirkt und nicht nur spezifische kognitive Leistungen veressert, sondern auch dem altersbedingtem Hirnabbau entgegen zu wirken scheint.

Bis zum Schluss des Landespsychologentags blieben die Teilnehmer interessiert und im regen Austausch untereinander. Im Anschluss fand die Mitgliederversammlung statt. Die Vorbereitungen für ein Gelingen des Landespsychologentags wie Akquise von Referentinnen/en, Organisation und Durchführung der Veranstaltung sowie Catering erledigen die Vorstandsmitglieder ehrenamtlich und ohne finanzielle Honorierung. Der Vorstand der Landesgruppe Hessen im BDP hatte freiwillige Helfer, denen an dieser Stelle noch einmal ein Dankeschön gebührt. Für 2013 ist der nächste Landespsychologentag in Hessen bereits in Planung. Thema und Zeitpunkt werden im rp rechtzeitig bekannt gegeben. Eingeladen sind selbstverständlich auch die Psychologinnen und Psychologen aus anderen Bundesländern und Nicht-BDP-Mitglieder. Die Landesgruppe Hessen freut sich dann wieder auf Sie alle. Die anschließende Mitgliederversammlung hatte so viele Teilnehmer wie in den letzten Jahren, nämlich ca. 1% aller BDP-Mitglieder Hessens. Der Vorstand informierte über die Aktivitäten der Landesgruppe in 2012. Im Bereich Notfallpsychologie hat sich in 2012 für Hessen nicht viel getan, da der Leiter der Arbeitsgruppe, Dr. Kirschenbauer, in Pension ging und keinen Nachfolger gestellt hat. Es wird in 2013 einen Tag der Politischen Psychologie geben. Berichtet wurde auch über die Delegiertenkonferenzen, deren Anträge sowie über die finanzielle Situation des BDP. Bei der Gelegenheit wurden die wichtigsten Gremien erneut vorgestellt: Vorstand des BDP, Präsidium, Bundesgeschäftsstelle und Hauptgeschäftsführerin sowie die Sektionen und die Delegiertenkonferenz. Hierbei wurden Zusammensetzung, Aufgaben und Verantwortlichkeiten der einzelnen Gremien aufgezeigt.
Gewählt wurde ein neuer Vorstand. Hans Hübotter wurde mit verdienten Dankesworten verabschiedet, da er aus privaten Gründen nicht mehr kandidieren wollte.Die Vorsitzende Bettina Gorißen und der Ingo Köhler wurden erneut gewählt. Sehr erfreut waren, dass sich  noch zwei weitere Mitglieder bereit erklärt haben, die Vorstandsarbeit mitzutragen Der neue Vorstand der Landesgruppe Hessen setzt sich für die nächsten drei Jahre zusammen aus: Bettina Gorißen, Vorsitzende, Ingo Köhler, Stellv. Vorsitzender , Tümal Maral, Beisitzer und Angela Endrulat, Beisitzerin Cassier.So ging ein interessanter und allseits gelobter Tag für unsere hessischen Mitglieder zu Ende. Wir sehen uns im nächsten Jahr.

Dr. Bettina Gorißen
Vorsitzende der Landesgruppe Hessen